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1Apr/090

YouTube Deutschland dreht Saft ab

Jetzt hat die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) auch an der Tür von YouTube Deutschland gerüttelt. Erst letzten Monat lief der Vertrag zwischen der PRS und YouTube Großbritannien ab und weil sich letzterer Vertragspartner weigerte, eine höhere Lizenzgebühr pro Titel zu zahlen, wurde für die britischen Youtube-Nutzer eine Menge der von der Lizenz betroffenen Musikclips gesperrt. Auch das deutsche Pendant ist jetzt an der Reihe. Laut Konzernangaben fordere die Gema einen inhumanen Preis von 12 Cent pro abgespielten Clip, die Gema aber beziffert ihre Forderungen auf lediglich 1 Cent pro Titel. Daraus resultieren verständlicherweise völlig divergente Meinungen:

Nicht nachvollziehbar.

So der YouTube-Manager Patrick Walker.

Bei YouTube Deutschland bezeichnete man die Forderungen der Gema als

...beispiellos in der Geschichte des Streamens von Musikvideos.

und als "Wucher".

Ferner verriet Patrick Walker:

Wir können die Höhe dieser Forderung nicht nachvollziehen und sind von der Unnachgiebigkeit der Gema enttäuscht. Das ist für YouTube nicht tragbar, wir würden mit jedem Abruf eines Videos Geld verlieren.

Auf der andere Seite steht die Sprecherin der Gema, Bettina Müller. In einem Interview mit Spiegel Online erklärte sie:

Wir haben YouTube 1 Cent pro Stream angeboten. Die Verhandlungen sind bislang daran gescheitert, dass YouTube nicht bereit war und ist, die Forderungen der Gema nach mehr Transparenz hinsichtlich des genutzten Musikrepertoires zu erfüllen.

Sprich: die Gema möchte einen perfekten Deal mit YouTube einfahren. Dafür dass der Preis pro abgespielten Musikclip nicht die 1 Cent-Marke übersteigt, möchte sie Einblick in Googles sorgfältig angelegtem Datenarchiv haben. Und jeder weiß, dass sich Google, repräsentativ für YouTube, nur ungerne in die Karten schauen lässt.

Wann es endlich zu einer Einigung zwischen den Streithähnen kommt und die YouTube-Nutzer endlich wieder ihre Lieblingsvideos und -Clips auf der Plattform betrachten dürfen, steht in den Sternen.

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