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19Mai/090

Online-Petition zum Scheitern verurteilt

Momentan haben 87.157 Menschen die Petition "Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009" unterzeichnet. Das vorgegebene Ziel waren mindestens 50.000 Mitzeichner, damit sich der Petitionsausschuss nochmal mit diesem Thema auseinandersetzt - die Zahl haben wir auf jeden Fall erreicht. Casi von zweipunktnull berichtete vor kurzem über einen Hackerangriff auf die Server der Kinderhilfe e.V.
Dort hinterließ die "Blitzbirne" eine weniger erfreuliche Botschaft an die gesamte Internetwelt:

An dieser Stelle darf ich nochmal Casi zitieren:

und dann kommt ein Vollpfosten und reißt alles, was wir
mühevoll errichtet haben, geschmeidig mit dem Arsch wieder
ein…Blitzbirne…

So musste es ja kommen. Doch anders als Casi war ich bis dato noch der Meinung, dass der Kampf gegen die Internetzensur  noch nicht verloren war. Schließlich muss die Schnapsidee eines "Idioten" doch noch nicht die ganze Bewegung lahmlegen.
Die Kinderhilfe wusste aber sich zu wehren und gab eine Studie in Auftrag, wonach die Meinung der Bundesbürger zu dem Thema "Sperrung kinderpornografischer Seiten im Internet" eingeholt werden sollte. Das Ergebnis:

  • 92 Prozent der Deutschen stehen voll hinter der Bekämpfung der kinderpornographischen Szene
  • 8 Prozent sind dagegen

Ich bin auch für die Sperrung kinderpornographischer Seiten. Die Hintermänner und Betreiber sollten dafür auf jeden Fall zur Verantwortung gezogen werden. Doch was mich stört ist die Tatsache, wie die Bundesregierung solche Internetseiten sperren möchte. Das Verfahren was hier angewandt werden soll und der Plan, dass das BKA künftig über die Schließung einer Internetseite walten kann, machen mich wütend. Normalerweise holt sich die Regierung immer Rat bei externen Experten, doch dieses mal wird die Warnung mehrerer Fachmänner eiskalt ignoriert.

Was ist bei dieser "Studie" zu beachten?

Zunächst einmal sollte man sich klar werden, dass hier lediglich 1000 Menschen telefonisch befragt wurden. Die mit der Studie beauftragte Firma ruft also irgendwelche Menschen an und fragt, ob sie denn für oder gegen die Sperrung kinderpornographischer Internetseiten seien. Klar käme das ein wenig blöd, wenn man sich vor einem fremden Menschen gegen die Sperrung ausspräche. Das erweckt doch irgendwie den Eindruck, dass man Dreck am Stecken hätte.

Darüberhinaus spielt es auch eine wichtige Rolle, wer gefragt wird. Die Mitbürger älterer Generationen interessieren sich meistens nicht für das Thema Internet. Viele wissen vielleicht, wie man einen Fernseher einschaltet oder das Telefon benutzt. Der restliche Teil der digitalen Welt ist ihnen völlig fremd. Dagegen ist insoweit auch nichts einzuwenden. Wird die Umfrage jetzt aber in Gegenden durchgeführt, wo sich größtenteils ältere Menschen niedergelassen haben (Altenheim, Pflegeheim etc..) dann wird der Schnitt auf jeden Fall verzehrt und darf auf gar keinen Fall auf die gesamte Bundesrepublik hochgerechnet werden...

Auch jüngere Generationen sind mit dem Vorhaben der Bundesregierung nicht vertraut. Sie hören nur von dem Plan, dass solche kriminellen Seiten gesperrt werden sollen. Im ersten Augenblick hört sich das ja noch gut an, beginnt man aber diesen Plan zu hinterfragen, wird man mit den witzlosen Techniken und Methoden konfrontiert. An dieser Stelle könnte vielen Menschen ein Licht aufgehen und dies zur Meinungsänderung führen...

Die Menschen müssten nur in Kenntnis gesetzt bzw. aufgeklärt werden...

15Mai/090

China macht bei Internetzensur alles richtig

Wenn ich mit den Stichworten Medien, Zensur und Kommunismus konfrontiert werde, fällt mir zuerst das Land der Mitte ein - China. Das Land erlebt, trotz der Wirtschaftskrise, seit einigen Jahren schon einen anhaltenden Wachstumsboom. Das Bild der vielen Tausend Wanderarbeiter, die auf der Suche nach Hungerlöhnen durch die Städte und Örtchen ziehen, kann nicht ganz über Chinas Pläne hinwegtäuschen. Denn die Regierung arbeitet derzeit hart an ihren technischen Sicherheitsvorkehrungen und kann gegenüber der UN ihre Zensurmethoden schon fast rechtfertigen. Schuld daran sind die Europäer und Amerikaner, die im Kampf gegen den Terrorismus die weite Internetwelt kontrollieren, umgraben, beschatten und möglicherweise einige Quellen abschalten. Dazu zählen indirekt auch die Pläne über eine DNS-Sperrung, die das Verbreiten von kinderpornographischen Materialien unterbinden soll.
Diese sicherheitstechnischen und politischen "Einschränkungen" deuten die lieben Chinesen auch als Form der Zensur - womit sie auch Recht haben dürften, denn unsere Politiker wollen unbeliebten Quellen und Gruppierungen den Mund verbieten.
Und so warnte ein chinesischer Diplomat davor, die staatlichen Filtermaßnahmen beim nächsten Internet Governance Forum zu thematisieren.

Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle
Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der
Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern.
Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun.

Deshalb sind wir irgendwie auch selber schuld, dass Staaten wie China nicht mehr ganz alleine zu den Buhmännern der Informationsfreiheit zählen. Jahrelang haben wir diese Zensurpolitik gescholten, doch seit einiger Zeit schlagen auch wir diesen Weg ein.

"Allgemeine Sicherheit ist von höchster Priorität", dürften wohl die westlichen Politiker denken.
"Die Sicherheit Chinas ist von höchster Priorität", denken die chinesischen Behörden.

Beide Aussagen haben im Prinzip denselben Inhalt. Nur Chinas Behörden interpretieren die Bedeutung von Sicherheit anders.....

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