Facebook erkennt AGB-Wahl an
Bis gestern konnten alle Facebook-Nutzer über zwei verschiedene AGB-Fassungen abstimmen. Der AGB-Skandal im Februar hatte die Nutzer auf die Barrikaden getrieben und Facebook dazu bewegt, über eine endgültige AGB abstimmen zu lassen. Allerdings nur dann, wenn sich mindestens 30 Prozent der aktiven Nutzer an der Wahl beteiligen würden.
Gestern schlossen dann also die Wahllokale. Das Ergebnis: nur 0,3 Prozent der 200 Millionen Facebook-Nutzer haben sich überhaupt an der Wahl beteiligt. 75 Prozent der Wähler entschieden sich für die liberalere AGB-Fassung. Dennoch möchte Facebook die Abstimmung akzeptieren und die gewählte AGB einführen.
Es freut mich wirklich, dass Facebook nicht mit ausgestrecktem Zeigefinger auf die 30-Prozent-Marke verweist und die Wahl wegen sehr geringer Beteiligung für ungültig erklärt. Dieses für alle Facebooknutzer bedeutsame Exampel zeigt aber auch, dass eine Wahlbeteiligung von 30 Prozent sehr unrealistisch, ja schon fast utopisch ist. Und hier dürfte Facebook ins Spiel kommen. Einerseits ist die Wahlbeteiligung formal gesehen zu gering, um die Abstimmung als bindend anzuerkennen. Doch andererseits, und das ist der eigentliche Punkt, führt sich Facebook durch diesen Schritt als hilfsbereiter Samariter auf, der die Wünsche seiner Schafe akzeptiert, obwohl er dies ja eigentlich nicht machen müsste.
Nach der AGB-Schlappe tut dieser Schritt zur Rehabilitierung der eigenen Reputation gut.
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Auf Ewig
Auch der Spiegel hat in seiner vorletzten Ausgabe (Spiegel Nr. 48) einen Beitrag über Putins Umbau der Verfassung und die hinderliche Ölpreis- und Finanzkrise veröffentlicht.
Russland kommt besser als alle anderen mit der Weltfinanzkrise zurecht.
Diese unsinnige Aussage machte kürzlich ein regierungstreues Massenblatt namens "Komsomolskaja prawda". Natürlich gelangen nur wenig brisante Informationen über Entlassungen, Arbeitslosigkeit und Senkung der Löhne an die Öffentlichkeit. Und wenn doch, wird auch sofort ein Sündenbock gesucht und gefunden - zumeist irgendwelche Journalisten, die mit den Fantastereien aufgehört und sich ansatzweise realistisch und sachlich über die sich anstehende Wirtschaftskrise geäußert haben. Davon, dass der Autokonzern Awtotor eine neue Montagelinie für den angeschlagenen und fast insolventen Autoriesen General Motors (GM) in Betrieb nimmt, erfährt die Öffentlichkeit nichts. Alle negativen Schlagzeilen sollen möglichst vermieden werden, denn Putin strebt wohl eine erneute Präsidentschaft in Russland an. Da wirken solche Berichte und Fakten nachteilig.
Putins Getreue kontrollieren die Zentrale Wahlkommission, das Fernsehen, das Parlament, das Militär, die Polizei und den Geheimdienst.
Damit ist schon fast alles gesagt: Putin schaltet all seine Gegenspieler (politisch) aus und besetzt die wichtigen Positionen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit seinen "Lakaien" (Getreuen). Der Umbau der Verfassung soll nur dem eigenen Vorteil während der späteren Präsidentschaft dienen. Der jetzige Präsident, Medwedew, fungiert eher als eine meinungslose Marionette als eine autonome Führungsperson. Warum sollte er auch auf eine Fernseh-Direktsendung, bei der die Bevölkerung wichtige Fragen an den Präsidenten stellt, freiwillig verzichten. Stattdessen geht nun Putin, der Premierminister, dieser Aufgabe nach.
Nur eine Rezession in Russland, wie 1991 und 1998, als der Staat kurz vor dem Bankrott stand, könnte Putins erneute Kandidatur vereiteln. Man muss aber beachten: dank der enormen Ölgeschäfte in den letzten Jahren hat sich Russland einen gewaltigen finanziellen Puffer aufgebaut, der nicht so schnell ausgeschöpft sein dürfte. Man wird sehen....
Quelle/Infos: aus Spiegel Nr. 48
Wahlnacht im Ersten
Für alle, die entweder zu viel Zeit (wie ich), keine sinnvollen Aufgaben (wie ich) und Hobbies, sich eine klitzekleine Auszeit beim Lernen (abermals wie ich) gönnen oder morgen einfach mal kein Bock auf die Lehranstalt, genannt Schule, oder aber auch auf das Arbeitsleben haben. Ab 22:45 Uhr übertragt die ARD exklusive Reportagen und Talkshows zu dem Hammerereignis des Jahres! Mit dabei natürlich die beiden populären, allseits beliebten Moderatorinnen Monica Lierhaus und Sandra Maischberger
Und jetzt der Knüller: jeder Zuschauer hat die ultimative Lizenz, eine elektronische Nachricht (Email) an eine absichtlich für die US-Wahl eingerichtete Email-Adresse zu senden! Hanni Hüsch, Andreas Cichowicz, Jörg Schönenborn und deren geladene Gäste, darunter Stars und Sternchen wie z.B. Michael Werz und Christiane Lemke, werden gebannt auf die eingehenden Emails warten, um diese dann stundenlang durchzudiskutieren und dann doch auf kein Ergebnis zu kommen! Und das alles nur für die ehrenwerten Zuschauer.
Also, lasst euch dieses Spektakel auf keinen Fall entgehen. Vielleicht könnt ihr durch eure exzessive Beteiligung und dem simulierten Interesse ja Einfluss auf das Wahlergebnis nehmen. Ich lass mir diese Chance auf keinen Fall entgehen.
