Das Aus fuer studiVZ und Co
Nein, macht euch keine Sorgen, so schlecht steht es um die VZ-Netzwerke um schülerVZ, meinVZ und studiVZ (noch) nicht. Offiziell. Meiner Meinung nach sind die VZ-Netzwerke aber zu einer reinen Datenhalde verkommen, die wenig Neues bietet und vor allem nur noch selten als Austragungsort für sozialen Austausch fungiert.
Mehr Spam-Bots
Spam zählt zu den unschönen Dingen des Kommunikationmittels Internet. Leider lohnt sich das Geschäft für die Spammer nach wie vor und deswegen nehmen immer mehr Spam-Bots ihre Recherche-Arbeit auf. Die Spammer haben mittlerweile ihre Suchmethoden verfeinert und suchen gezielt in sogenannten sozialen Netzwerken - Facebook, studiVZ, MySpace - nach persönlichen Daten wie Hobby, Email-Adresse und Geburtsdatum. Damit gelingt es ihnen in den meisten Fällen viel schneller, Passwörter und Zugangsaten zu erraten bzw. direkt dank Passwort-Vergessen-Option durch ein neues zu ersetzen. Von da an obliegt es den Internet-Piraten, was im Namen des Opfers in der weiten Onlinewelt angestellt wird.
Profilangaben für Unbekannte kaschieren
Momentan arbeiten Forscher der University of Waterloo an einem Browser-Plug-in, das sensible Profildaten in sozialen Netzwerken für fremde Nutzer und die Betreiber des Netzwerkes unsichtbar machen soll. Das Projekt trägt den kreativen Namen "FaceCloak" und kann Infos aus dem Profil des Nutzers durch generierte Inhalte ersetzen bzw. diese unkenntlich machen und bedeutungslose Informationen in den News Feed einfügen. Nutzt man diese Erweiterung, kann man selber festlegen welche Informationen "unsichbar" werden und für welche Freunde diese wieder "sichtbar" sind. Dazu erhält der FaceCloak-Nutzer ein geheimenes Passwort für den eigenen Gebrauch und eines für seine Freunde. Diese geben ihn in FaceCloak an und können dann die ehemals verschleierten Informationen einsehen. Bei meiner Profilseite könnte das Ganze etwa so aussehen:

Via Facebook ins Gefängnis
Der Titel ist sehr leicht dahergesagt, aber für eine 18-jährige Britin wird der Gang ins Gefägnis nun Realität. Keeley Houghton hatte mit Emily Moore eine knapp vier Jahre anhaltende Auseinandersetzung, die letztlich darin mündete, dass die Britin auf ihrem eigenen Facebook-Profil eine Morddrohung verfasste - an Emily Moore adressiert.
Keeley wird die Schlampe umbringen.
Für das Gericht in Worcester war diese Drohung ausschlaggebend für das Strafmaß von drei Monaten Haft. Schon im Vorhinein wurde Keeley Houghton wegen solcher Äußerungen, die sie online gestellt hatte, verurteilt. Jedoch konnte sie sich mit dem Argument, angetrunken gewesen zu sein, der Verurteilung entziehen.
Twitter, Facebook & Co unter Beschuss
Die letzten beiden Tage waren nicht die besten. Die großen Netzwerke und Plattformen Facebook, YouTube, Livejournal und Twitter wurden mit einer DoS-Attacke (Denial-of-Service) in die Knie gezwungen und waren deshalb für mehrere Stunden nicht mehr erreichbar. Vermutlich richtete sich die Internetattacke, die höchst wahrscheinlich von einem Bot-Netzwerk ausging, gegen einen Georgier, der in all diesen Netzwerken aktiv ist. Genaueres weiß man bisher aber noch nicht, die Nachforschungen laufen aber.
Und rein zufällig hat sich genau einen Tag später meine Datenbank mehr oder weniger verabschiedet- gibt es da etwa einen Zusammenhang? Meine Ermittlungen laufen auch schon auf Hochtouren
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Daumenschrauben für soziale Netzwerke
Was haben sich die Betreiber von einschlägigen sozialen Netzwerken nicht schon alles einfallen lassen, um aus dem transparenten Leben der Nutzer Profit zu schlagen. Facebook hatte beispielsweise vergeblich versucht, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen heimlich zu ändern, sodass die Rechte an Fotos, Videos und Profildaten automatisch den Besitzer wechselten. Die Reaktion der Nutzer auf diesen hinterhältigen Abzockeversuch glich einem symbolischen Faustschlag ins Gesicht. Medien, Blogs und Foren berichteten über Facebooks Griff ins Klo und trampelten (zurecht) darauf herum. Kurze Zeit später konnten die Nutzer (mehr oder weniger frei) über AGB-Vorschläge abstimmen.
Geändert hat sich nach der stürmischen Protestwelle der Nutzer kaum etwas. Nach wie vor treiben einige soziale Netzwerke Geschäfte mit dubiosen Glücksspiel-Anbietern und Abzockfirmen und solange sich die Nutzer nicht ernsthaft beschweren, bleibt es dabei. Das Problem: erst wenn sich die Nutzer persönlich benachteiligt bzw. geschädigt fühlen, formieren sie sich zum Gegenangriff.
Mit Unterlassungserklärungen möchten Verbraucherschützer der Geldpolitik einen Strich durch die Rechnung machen und die Rechte des Nutzers weiter schützen. Verbraucherschützer-Verbandschef Gerd Billen sagte dazu:
Dem Betreiber alle Rechte - dem Verbraucher bleibt das Schlechte: Nach diesem Motto scheinen die sozialen Netzwerke viel zu häufig zu verfahren.
Und damit liegt er, meiner Meinung nach, vollkommen richtig: In sozialen Netzwerken, deren Hauptanliegen das Zusammentreffen vieler Menschen auf digitaler Basis ist, sollte wirklich der Nutzer im Mittelpunkt stehen. Wenn ein Nutzer bereit ist, private Fotos und Informationen mit seinen Freunden zu teilen, dann sollten die Betreiber diesen Wunsch auch respektieren. Andernfalls finden sich später einige private Fotos auch in Suchmaschinen wie Google wieder oder werden für kommerzielle Projekte missbraucht. Informationen (Hobbys, Interesse etc.) könnten en masse an Internetfirmen verkauft und für die Werbeforschung herangezogen werden. Auch das Surfverhalten kann analysiert, ausgewertet und verkauft werden.
Wohl kann man sich bei diesen erschreckenden Aussichten nicht mehr fühlen - das soziale Netzwerk wird langsam zu einer Wunschvorstellung...
Youtube wird zum sozialen Netzwerk
Im Internet kupfert jeder die Funktionen des Wettbewerbers nach Belieben ab. Die Devise lautet: "Möglichst viele Funktionen zur Verfügung stellen, um möglichst viele Nutzer zu sichern." Dabei spielt es anscheinend keine allzu große Rolle, ob die offerierten Angebote (Realtime-Startseite, extern eingebundene Applikationen oder dubiose Werbepartner) überhaupt von den Nutzern gewünscht werden. "Was die Konkurrenz macht, machen wir auch." ... damit auch jeder Dienst dem anderen gleicht und sich die gültige Individualität verabschiedet. Der Unterschied zwischen einigen sozialen Netzwerken besteht nur noch darin, dass man jeweils einen anderen Account benötigt.
Facebook hat die Echtzeitfunktion auf der neuen Startseite dem Microblogging-Dienst Twitter nachgemacht. Seitdem erscheinen nun alle paar Minuten irgendwelche Statusupdates, Kurznachrichten, Pinnwandeinträge oder die mit den Freunden geteilten Videos und Bilder. Natürlich erscheinen auch im regelmäßigen Abstand meine "Share-Links" zu meinen Blogeinträgen^^ Wieso auch nicht?
Aber jetzt zu YouTube: die Videosparte von Google testet zur Zeit auch so eine "interessante" Echtzeitfunktion, bei der jeder die betrachteten Videos und dazu abgegebenen Kommentare eines Freundes (mit-)verfolgen kann. Einerseits soll das natürlich die Kommunikation zwischen Freunden, welches Video sehenswert ist, erheblich erleichtern, ohne sich umständlich über Email oder IM zu unterrichten. Diese zusätzliche Arbeit kostet Zeit und schreckt die meisten Nutzer wohl ab. Dank dieses Super-Zusatzfeatures, wird alles viel viel einfacher..... Und wer diesen Service deaktivieren möchte, wechselt in den sogenannten Porno-Modus, der es unter einem anderen Namen endlich auch in den neuen Internet Explorer 8 von Microsoft geschafft hat.
Doch eines hat schon das beliebte schuelerVZ bewiesen: die meisten Nutzer verwischen ihre Spuren, indem sie die Profil-Besucher-Funktion deaktivieren. Wenn sie einen bestimmten Inhalt mit ihren Freunden austauschen möchten, wird einfach die URL über einen IM verschickt. Auch kein großer Aufwand....
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Social Communities passee?
Dass Social Communities derzeit so stark boomen, wie keine andere Internetbranche, scheint nicht verwunderlich. Doch sind Anbieter wie Facebook, mit über 175 Millionen Nutzern weltweit, bald gezwungen, ihr bisheriges System über Bord zu werfen und auf eine "neue" Technik zu setzen? Wie lange können und vor allem wollen die Betreiber von Social Communites noch die "veraltete" Client-Server-Technik finanzieren?
Durch diese Technik fallen bei Facebook jährlich sechsstellige Beträge - pro Nutzer durchschnittlich 1 Dollar - für Strom- und Hardwarekosten an. Je mehr User hinzukommen, desto mehr Rechenleistung und Speicherkapazität wird benötigt. Daraus resultieren etliche Neuanschaffungen und erhöhte Stromkosten. Und eines ist sicher: der Strompreis wird in naher Zukunft nicht billiger.
Informatiker, Mathematiker und Studenten der TU Darmstadt haben die P2P-Architektur, die bislang größtenteils bei Tauschbörsen und der Internet-Telefonie Einzug gefunden hat, nun für ein Social Community Netzwerk umstrukturiert. Demnach sollen (wie auch bei den Tauschbörsen) verschlüsselte Datenpakete auf vielen Nutzer-Systemen gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden.
Die Vorteile der P2P-Netzwerke:
- mehr Sicherheit; nur verschlüsselte Datenfragmente werden auf einem Nutzer-System zwischengespeichert
- keine anfallenden Hardware- und Stromkosten für die Betreiber (optional: weniger Werbung)
- Rechenlesitung wird aufgeteilt
- Erreichbarkeit bis zu 99 Prozent gewährleistet
Nachteile:
- schwierige technische Umsetzung (Gewährleistung der Erreichbarkeit?)
- Programm muss installiert werden
- ständiger Datenaustausch zwischen System und Internet
- PC sollte möglichst lange online sein (hohe Stromkosten und möglicher Verschleiß der Hardware)
Bereits in einem halben Jahr soll die Betaphase der P2P-Community LifeSocial gestartet werden.


