Keine “Blutmaterialien”
Die größte Handymesse der Welt, die World Mobile Congress in Barcelona, bringt nicht nur technische Neuerungen und Highlights zum Vorschein, sondern wird auch als öffentliche Plattform für wirtschaftspolitische Forderungen genutzt. Menschenrechtler der Organisation Global Witness forderten die Handyproduzenten auf, auf Materialien aus umkämpften Gebieten, beispielsweise dem Kongo, zu verzichten, weil die herrschenden Rebellengruppen u.a damit ihre Waffen finanzieren. Diese Vermutung basiert auf einer Untersuchung, die in Kooperation mit UNO-Experten durchgeführt wurde.
Besonders die Gebiete, in denen der seltene Rohstoff Coltan vorkommt, der für die Halbleiterproduktion benötigt wird, sind von mehreren Gruppierungen hart umkämpft. Der seit 1996 andauernde Krieg, der auch um Edelmetalle, Diamanten, Kupfer, Zinn und andere Erze geführt wird, hat bisher ca. 5,6 Millionen Menschenleben gefordert.
Die Konzernpolitik sollte in Zukunft so angepasst werden, dass darauf geachtet wird, von woher die Rohstoffe einkauft werden. Zwar ist der Import der Rohstoffe aus Entwicklungsländern (besonders Afrika) bedeutend billiger als aus anderen Regionen und die Vorkommen sind reichhaltiger, doch mit den Geldern werden (indirekt) weitere Waffen finanziert, mit denen der eigene Machtbereich (Einflussbereich) auf andere rohstoffreiche Regionen ausgeweitet werden soll.