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23Mrz/090

Neue Technik für die Spionage

Wenn es darum geht, verdächtige Personen oder auch politische Gegner (in einigen Ländern sehr beliebt) zu belauschen, gibt es in der Regel zwei konventionelle Methoden, an Passwörter für Email-Konten zu gelangen oder den Schriftverkehr zwischen zwei Parteien zu verfolgen und zu rekonstruieren. Normalerweise nutzt man hierfür entweder eine Keylogger-Software, die manuell auf dem PC des Infiltrierten installiert werden muss oder aber ein Trojaner wird per Internet auf dem System eingeschleust.

Jetzt stelle man sich mal vor, dass der Inspizierte ein sehr vorsichtiger Computernutzer ist, der nur die "aktuellste" und sicherste Internet-Security-Suite auf seinem PC installiert hat. Zudem startet er sein System nur über einen virtuelle Umgebung. Sobald er seinen PC ausschaltet, wäre die Spionagesoftware direkt wieder verschwunden. Es steckt also sehr viel Arbeit hinter solch einer Spionageoperation.

Es soll aber auch mit deutlich weniger Einsatz möglich sein, die Verdächtigen auszuspionieren. An dieser Stelle sollte man unbedingt die beiden Namen Andrea Barisani und Daniele Bianco erwähnen, die für eine Sicherheitsfirma namens Inverse Path arbeiten. Auf der Sicherheitskonfernez CanSecWest stellten sie u.a. eine Methode für eine erfolgreiche und entspannte Spionage vor. Der Clou: mit einem Laser soll es möglich sein, das Klangschema einer Taste, sobald diese angeschlagen wird, zu dechiffrieren. Eine spezielle Applikation ordnet den aufgenommenen Geräuschen jeweils eine Taste zu und versucht die gewonne Kombination aus Zahlen und Buchstaben in sinnvolle Wörter umzuwandeln.

In der Theorie kann ich mir dieses Szenario gut vorstellen. Jetzt aber zur Praxis: Der Laser ist und muss sehr geräuschempfindlich sein, um jeden Tastenanschlag auch durch eine geschlossene Fensterscheibe hindurch zu registrieren. Andere Geräusche könnten die Operation gefährden oder scheitern lassen. Die belauschte Person sollte

  • sich nicht von lauter Musik beschallen lassen
  • kein leidenschaftlicher Sänger sein
  • in einer geräuscharmen Umgebung leben
  • einen leisen (passiv gekühlten) PC besitzen; einige PC-Systeme rattern wie Mofas bei Tempo 80
  • und eine halbwegs genormte Standardtastatur ihr Eigen nennen dürfen; ist diese modifiziert (durch Bier, Säfte oder Softdrinks) oder eine Notebook-Tastatur, haben die Ermittler keine Chance....

Ob diese Methode jemals ausgereift sein wird, kann ich mir nicht vorstellen. Viele Faktoren können die Lauschaktion beeinflussen oder gar stören.

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