Kinderdatenbank in Großbritannien
Das Volk von "der Insel" reitet seit einigen Monaten schon auf der Welle der schwachsinnigen Erfindungen und Neuerungen. Jetzt hat die Regierung durchgesetzt, dass für alle minderjährigen Landsleute ein sogenannter Datenpool eingerichtet wird, auf den alle Staatsdiener uneingeschränkt zugreifen können. Zur Zeit stehen ca. 390.000 Menschen im Dienst des Staates. In der Datenbank sollen neben Name und Alter auch die genaue Anschrift gespeichert werden.
Gedacht war sie ursprünglich, um
die Zusammenarbeit zwischen Personen, die mit Kindern arbeiten, [zu] verbessern.
Doch daraus wird jetzt wohl schon mal nichts mehr. Warum und wie sollte denn die Datenbank zur Verbesserung des Lehrer-/Erzieher-und-Schüler-Verhältnisses beitragen? Sollen die Kontakdaten als Erpressungsmittel herhalten; von wegen: "Du hast dich schlecht benommen und deshalb werde ich jetzt mal ein Wörtchen mit deinen Eltern reden!". Werden die Daten jetzt zum "Petzen" und zur Demonstration der eigenen Inkompetenz bezüglich der pädagogischen Fähigkeiten genutzt?
Oder soll die Adresse ein bestimmtes "Verhältnis" erleichtern? Wenn beispielsweise ein Erzieher "besonderes" Interesse für ein Kind zeigt?
Wir halten fest: totaler Nonsens und im Sinne des Datenschutzes: MÜLL.
Informationen
Totale Überwachung im Klassenzimmer
Und schon wieder sind es die lieben Bewohner von der Insel. Die Briten haben in ihrem Rausch der dummen Ideen, eine weitere absolut schwachsinnige Idee auf den Markt geworfen. Auf der ganzen Insel treten Vor-, Grund- und weiterführende Schule neueartige Sicherheitssysteme zum Schutz vor den bösen Schülern aus dem Boden. In vielen Klassenräumen werden Kameras der Firma Classwatch installiert, die das gesamte Unterrichtsgeschehen und auch darüberhinaus (alles) aufzeichnen sollen. Nicht nur das Bild wird auf digitale Speichermedien gebannt, sondern auch der Ton.
Alles was getan und gesagt wird, jedes inoffizielle Geschwätz der Schüler, jeder Schönheitsschlaf und auch jedes Kartenspiel kann somit aufgedeckt werden, ohne das der Lehrer auch nur einschreiten muss. Meiner Meinung nach ist es und bleibt es Aufgabe des Lehrers, neben der Vermittlung des Unterrichtsstoffes, auch für Ruhe, Ordnung und Disziplin zu sorgen. Klar, es gibt auch schwierige Fälle, Kinder, deren Kindheit nicht mit Puppenspielen, Malen und Gute-Nachtgeschichten gezeichnet waren. Diese müssen im Zweifelsfall mit Strafmaßnahmen innerschulisch erzogen werden....
Zurück zu den Sicherheitskameras. Sicherlich bringen die Kameras auch einige unumstrittene Vorteile mit sich: Mobbing, Unbenehmen und die Inkompetenz der Lehrkräfte würde sofort aufgedeckt werden. Aber es könnte nie ein "privates" Verhältnis zwischen Lehrer und Klasse/Kurs enstehen. Denn wenn alle Betroffenen im Glauben handeln, dass sie jederzeit im Visier der Sicherheitskameras sind, entsteht eine Art "Zwang-" und "Verstellungsatmosphäre". Man hat nicht das Gefühl, dass die Kameras zum eigenen Schutz/Vorteil installiert wurden, sondern um "Straftäter", unliebsame Schüler zu finden und abzustrafen.
Eltern und Datenschützer haben schon Proteste angemeldet. Wahrscheinlich wird sich das Vorhaben nicht weiter durchsetzen können. Man weiß bei den Briten aber nie so genau.....
Erneut trifft es Wikipedia
Was die Deutschen brilliant vormachen, das können die Briten selbstverständlich genauso gut nachmachen. Vor gut einem halben Monat wurde die die Weiterleitung von wikipedia.de auf die gleichnamige freie Enzyklopädie Wikipedia durch eine einstweilige Verfügung unterbunden. Der Grund: angeblich seien Falschangaben und reputationschädigende Inhalte auf der Internetpräsenz zu Lutz Heilmann veröffentlicht worden.
Seit einigen Tage sperren die meisten englischen Internetprovider einen Wikipedia-Eintrag über die Rockband "Scorpions", die bei einem 30 Jahre alten Album ein Cover mit einem nackten minderjährigen Mädchen verwendet hat. In vielen Ländern musste ein alternatives Cover nachgereicht werden. Nur die Briten haben (wieder) etwas länger gebraucht, um auch hier einen gesetzesanstößigen Inhalt mit pornographischen Inhalt auszumachen. Vielleicht zieht die britische Internet Watch Foundation bald vor Gericht, um eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Aber diesmal für ganz Wikipedia, bis der gesamte Content von den mehreren hunderttausend Seiten indexiert und indiziert worden ist^^ Möglicherweise gehen auch demnächst hohe Schadensersatzforderungen bei der Wikipedia Foundation in den USA ein, weil der bürgerliche, sittliche Frieden der Briten nachhaltig gestört worden ist....
Die Briten sind immer für eine Überraschung gut
GB bald ein “Totalwächterstaat”?
Geht es nach der Regierung Brown, sollen in Zukunft alle Internet- und Telefonverbindungen, verschickte SMSs und Emails, sowie die Positionsdaten der Handys auf Sicherheitssysteme gebannt werden. Spiegel-Online bezeichnet die deutschen Pläne dagegen als einen "Witz".
Mit Hilfe von sogenannten "Black Boxes", die überall im Netz zum Einsatz kommen sollen, sollen "jede E-Mail und jede aufgerufene Website in einer gigantischen 'Big Brother'-Datenbank" gespeichert werden. Darüberhinaus wurde angekündigt, "innovative und bahnbrechende Technologie" anzuwenden, um im Kampf gegen den Terrorismus eine Führungsposition einzunehmen.
Laut der "Independent" sollen die BlackBoxes
- an zentralen Knotenpunkten installiert werden,
- Kommunikationsdaten mitschneiden und
- diese dann an eine zentrale Datenbank weiterreichen.
Das umgerechnet 15 MIlliarden teure Vorhaben birgt für die Provider und Internetdiensleister auch einige Vorteile. Zum Einen läge die Verpflichtung, die Verbindungsdaten für ein halbes Jahr zu speichern und zum anderen, die dafür anfallenden Kosten, nun beim Staat und damit beim britischen Steuerzahler. Auch müsste der britische Geheimdienst MI5 nicht mehr für jede Email-Kontrolle beim Innenminister um Erlaubnis fragen.
Meine Meinung dazu:
Schön, dass sich die britische Regierung mit Engagement an der Terrorismusbekämpfung beteiligen will. Aber jeden Bürger indirekt zu verdächtigen und persönliche Daten abzufangen, zu speichern und auszuwerten, halte ich für überspitzt. Was muss es für ein riesiger Aufwand für die Regierung und die Geheimdienste sein, Milliarden SMS und Emails pro Tag zu durchleuchten? Die Kosten werden auf jeden Fall auf den Steuerzahler umgelegt, das steht fest. Zu recht kritisieren Datenschützer dieses Vorhaben, weil dadurch die Freiheit, Privatsphäre und Würde jedes einzelnen Menschen verletzt werden würde. Auch ausländische Bürgerinnen und Bürgern würden von dieser Sicherheitsmaßnahme betroffen sein. Denn alles, was über eine britische Internetverbindung oder einen Kommunikationsanbieter läuft, wird in den BlackBoxes gespeichert. Ob sich das Vorhaben technisch so umsetzen lässt, bleibt offen. Auch offen bleibt, ob Großbritannien zum totalen Kontrollstaat mutiert.
Quelle: Spiegel-Online