Artikel-Schlagworte: „Gericht“

Keine Gnade für UFO-Hacker

Nach derzeitigem Stand sieht es für den UFO-Hacker Gary McKinnon sehr sehr schlecht aus. In den Jahren um die Jahrtausendwende soll der unter dem Namen “Solo” operierende McKinnon in die Computernetze der US Army (1997), der Nasa (2001) und des Pentagon (2002) eingedrungen sein und einen enorm hohen Schaden verursacht haben. Alleine seine akribische Suche nach der Existenz von UFOs soll den US-Haushalt 700.000 Dollar gekostet haben. Problematisch: Nach dem 11. September verschärften die USA ihre Gesetze und die Richter ihre Moral (wenn man denn davon sprechen möchte), härter durchzugreifen. Kurz gesagt: McKinnon drohen jetzt mal eben 70 Jahre Haft – schon fast die Hälfte der 150 Jahre Haft, die der Milliardenbetrüger Madoff formal absitzen muss. Witzlos….

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The Pirate Bay kehrt zurück

Die Macher von The Pirate Bay wurden vergangenen Freitag allesamt zu jeweils 2,75 Millionen Euro Schadensersatz und einem Jahr Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die vier Männer “schwere Urheberrechtsverletzungen begünstigt hätten”. Wie das Team auch schon verlauten ließ, legten sie heute Berufung gegen das umstrittene Urteil ein. In ihrem Blog ist von einer kalkulierten Prozessdauer von zwei bis drei Jahren die Rede – solange wollen die Jungs nochmal richtig aufdrehen.

Die erste Bitte ist, dass die Nutzer von The Pirate Bay von Spenden absehen sollen, da die vier Gründer von ihrer Unschuld überzeugt sind – und sehr wahrscheinlich auch keinen Schadensersatz zahlen müssen (wenn es nach ihnen geht). Stattdessen sollen die Nutzer noch mehr Torrents zur Verfügung stellen, was die Aktivität (auch von illegalen Dateien) enorm anheizen würde, T-Shirts kaufen, “Lobbyarbeit betreiben” und im Netz davon berichten.

Dass der Vorfall auch politisch ausgenutzt werden soll ist kein Geheimnis. Die Betreiber rufen auf, dass sich alle Wahlberechtigten an der Europawahl beteiligen, um der schwedischen Piraten Partei einen Platz im Parlament zu sichern. Ihre primären Ziele sind

  • Reform des Urheberrechts
  • Vorgehen gegen das bestehende Patentsystem
  • Schutz der Privatsphäre der Bürger

Die Chancen stehen nicht schlecht, da die Partei in Schweden mehr als vier Prozent der Stimmen erreicht.

[via]

RTL mahnt DSDS-news.de ab

Philipp Klöckner, der Betreiber und Inhaber der Fanseite DSDS-news.de wurde jetzt von der privaten Fernsehanstalt RTL abgemahnt, seine “Fanseite” zu sperren oder aber auf die Werbeeinblendung zu verzichten.

RTL sieht in der Homepage eine kommerzielle Ausbeutung seines erfolgreichsten Projektes “DSDS”.

dass es RTL ein Dorn im Auge ist, dass andere Personen,
die Seiten mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben quasi ein Stück vom Kuchen DSDS abbekommen.

(dsds-superstar.de)

Soweit so gut. Aber es kommt noch besser: in dem Mahnschreiben forderte der Medienkonzern auch noch auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, die Domain dsds-news.de zu löschen und weitere Domains, die mit dem Namen “DSDS” korrespondieren,  auf RTL zu überschreiben.

Und das ist eine unverschämte Frechheit. Es macht mich wütend (und mit mir mehrere hunderttausende Menschen auch), dass sich der Konzern so aufführt, als hätte er auf alles einen Anspruch. Kommt der Abgemahnte den Forderungen binnen einer zweiwöchigen Frist nicht nach, so müsse er mit einer “hohen” Geldforderung und gerichtlichen Konsequenzen rechnen.

Ganz deutlich ist, dass der Konzern, hinter dem eine ganze Armee von Rechtsanwälten und Beratern steht, versucht, finanziell schwächere, autonome Menschen, die dieselben Interessen pflegen, auszuschalten. Hierbei ist ihnen jedes Mittel recht.

Aber auch andere Konzerne (siehe u.a. Microsoft, aber auch der DFB) nutzen diese finanziell begründeten Machtmittel aus, um ihre Konkurrenz bzw. “unliebsame Menschen “rechtmäßig aus dem Weg zu räumen.

Ich hoffe und wünsche es mir auch für den Betreiber, dass den Richtern (falls es zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte) die Meinungsfreiheit wichtiger ist, als die Geldgier eines TV-Senders.

Schließlich lebt eine “billige” Sendung, wie DSDS eine ist, ja nur von der Fangemeinschaft, die sich mit neuen Sängern und Sängerinnen auseinandersetzt. Gäbe es diese nicht, würde kaum jemand bei der Live-Show anrufen, um seine Stimme abzugeben.

Marcel Reich-Ranicki hat Recht behalten:

… aber das hat sich jetzt geändert, meist kommen da schwache Sachen, aber nicht der Blödsinn den wir hier zu sehen bekommen haben.

Danke Marcel ;)

Informationen

dsds-news.de

Microsoft verletzt Patente

So sieht es die Firma Paltalks, die jetzt das Spielchen umdreht und den Softwaregiganten (-monopolisten) vor das Bundesbezirksgericht in Marshall zerrt. Es geht um zwei Patente, die der Kläger für umgerechnet 200.000 US-Dollar von MPath Interactive abgekauft hatte.

  1. Patent: Multi-Client Application Protocol (MCAP); “über die USA verteiltes Netzwerk von Spieleservern mit speziellen Zugängen bei Vertrags-ISPs”
  2. Patent: “Serverbasiertes Nachrichtensystem für interaktive Anwendungen”, welches 1998 geschützt wurde

In dem Streit zwischen dem mittelständischen Unternehmen und dem Goliath der Softwarekonzerne, dreht es sich hauptsächlich um das zweite Patente, bei dem Microsoft das Patentrecht verletzt haben und so einen Wettbewerbsnachteil hervorgerufen haben soll. Der Streitwert beträgt 90 Millionen US-Dollar.

Microsoft dementiert diese Vorwürfe und beruft sich auf eine ausführliche Prüfung, die vor der Installation des Spielenetzwerkes XBOX Live und der Programmierung der Erfolgsspielereihe Halo, durchgeführt worden sein soll.

Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass Microsoft sich an der Konkurrenz (Sony) orientieren und überhaupt die Gebühren für das Nutzen des XBOX Live Dienstes abschaffen soll. Für die kostenpflichtige XBOX Live Goldmitgliedschaft fallen monatlich rund 5€ Gebühren an, sofern man diese bei Microsoft persönlich beantragt. Greift man auf Zweithändler zurück, kann man die Kosten schon mal um gute 15% drücken ;)

Ferner finde ich das Vorgehen des Unternehmen Paltalks nicht verwerflich, da es nicht schadet,  auch mal Microsoft seine potentiellen Grenzen aufzuzeigen. Der Softwareriese hatte sich in letzter Zeit nicht gerade mit Ruhm bekleckert: zum einen war da die Klage gegen den angeschlagenen Navigationshersteller TomTom, dem wegen angeblicher Patentverletzung die Existenzgrundlage unter den Füßen weggerissen wurde und zum anderen “bedroht” das Unternehmen auch den OpenSource-Sektor, der aufgrund des großen Patentbesitzes seitens Microsoft, immer mit einer gewaltigen Anklage rechnen muss. Diese Angst ist auch für den Rückgang der OpenSource-Software verantwortlich.

Informationen

Microsoft holt zum Schlag aus

Nachdem Microsoft den Navigationssystemehersteller TomTom wegen Patentverletzung in mehreren Punkten angezeigt hat

  • 6,175,789 (Vehicle computer system with open platform architecture)
  • 7,054,745 (Method and system for generating driving directions)
  • 6,704,032 (Methods and arrangements for interacting with controllable objects within a graphical user interface environment using various input mechanisms)
  • 7,117,286 (Portable computing device-integrated appliance)
  • 6,202,008 (Vehicle computer system with wireless internet connectivity)
  • 5,579,517 (Common name space for long and short filenames)
  • 5,758,352 (Common name space for long and short filenames)
  • 6,256,642 (Method and system for file system management using a flash-erasable, programmable, read-only memory)

von denen die meisten von (rational) denkenden Menschen eigentlich nur als schlechter Witz aufgefasst werden dürften, fürchtet sich nun auch die OpenSource-Community vor Microsofts erbarmungsloser Patentverklagerei. Diese ist Microsoft ein Dorn im Auge, da teils durchschnittliche Software teils aber auch hochwertigere kostenlos zum Download angeboten wird.  Kein Wunder: Microsoft hat jeden “Scheiß” patentieren lassen. Wer Geld hat, dem dürfte es auch egal sein, ob er neben vernünftigen Patenten auch solche beantragt, die nur so von Banalität trotzen. An dieser Stelle muss ich mal kurz das nächst schlechteste Patent zitieren:

Abstract

A vehicle computer system has a housing sized to be mounted in a vehicle dashboard or other appropriate location. A computer is mounted within the housing and executes an open platform, multi-tasking operating system. The computer runs multiple applications on the operating system, including both vehicle-related applications (e.g., vehicle security application, vehicle diagnostics application, communications application, etc.) and non-vehicle-related applications (e.g., entertainment application, word processing, etc.). The applications may be supplied by the vehicle manufacturer and/or by the vehicle user.

Ich lasse irgendwann mal die Klobürste patentieren (wenn Microsoft mir nicht zuvorkommt). Denn wo es Toiletten gibt, sollte es auch Klobürsten geben ;)

Meine abstrakte Beschreibung wäre dann:

Ein handlicher Einrichtungsgegenstand und ein nützliches Werkzeug, das zu Dekorationszwecken und zur Toiletten- bzw. zu Körperpflege verwendet werden kann. Der Einsatzzweck und -ort dieses Instrumentes ist jedem lizensierten Käufer und rechtlich anerkanntem Eigentümer selbst überlassen.

Die Klobürste verfügt über folgende Eigenschaften:

  1. extra großer, runder, elastischer Bürstenkopf
  2. langer, dünner, runder Haltegriff mit Aufhängemöglichkeit
  3. besteht aus Kunststoff oder Metall oder Stahl oder….
  4. Bürste und Haltegriff sind miteinander verbunden
  5. die Klobürste kann in speziellen “Klobürstenhalterungen” gelagert werden
  6. ….

Informationen

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