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4Apr/090

Gema vs YouTube

Der Streit zwischen der Gema und Googles Videoplattform YouTube setzt sich weiter fort. Jetzt meldete sich auch der Chef der Gema, Heker, zu Wort und kritisierte Googles Anti-Gema-Kampagne deutlichst.

Das hat nichts mehr mit fairen Verhandlungen zu tun. Die Ausgangsbasis war ein Cent. YouTube spricht von zwölf Cent nur im Rahmen seiner Kampagne gegen uns.

Heker sieht in YouTubes Behauptungen, die Gema verlange zukünftig 12 Cent pro abgespielten Musikvideo, eine dreist inszenierte Farce. In Wirklichkeit folge YouTube Deutschland nur dem Beispiel seines britischen Pendanten, das sich zuvor schon bei den neuen Vertrags- und Lizenzbedingungen mit der PRS quergestellt hat, um die Musikverwertungsgesellschaft unter Druck zu setzen und sie mit einer vollständigen Entfernung der betroffenen Musikclips zu erpressen. Es ist eindeutig, dass dieser Schritt nicht im Interesse der Musikbranche liegt.

Ferner sind auch die YouTube-Nutzer von den Maßnahmen der andauernden Verhandlungen zwischen den beiden Parteien betroffen. Denn solange sich beide Opponenten nicht über einen Preis einigen können, wird die Auswahl der Musikclips stark beschnitten. Zu Lasten des unschuldigen YouTube-Nutzers, der sich bis dato nach Belieben und völlig kostenlos auf der Plattform umsehen konnte. Diese Auswahl kann ihm nach derzeitigem Stand nun nicht mehr gewährleistet werden, wodurch die Gema auf eine bestimmte Art und Weise "dämonisiert" wird. Und falls es dazu kommen sollte, landet sie mit der unbeliebten Musikindustrie in einer Schublade, die jahrelang Kreuzzüge gegen Tauschbörsennutzer geführt hat - erbarmungslos und konsequent.

Ob die Gema nun Recht hat oder YouTube Deutschland, konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen. Die Hauptsache ist, dass sich die Gema als Retter der Musiker präsentiert und den unbeugsamen Verhandlungspartner YouTube als geldgierigen Abstauber.

Die Urheber sind nicht dafür da, dass YouTube auf ihre Kosten mit Werbung Geld verdient.

Quelle

Infos zu diesem Thema bei zweipunktnull

Infos bei heise Online

1Apr/090

YouTube Deutschland dreht Saft ab

Jetzt hat die Gema (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) auch an der Tür von YouTube Deutschland gerüttelt. Erst letzten Monat lief der Vertrag zwischen der PRS und YouTube Großbritannien ab und weil sich letzterer Vertragspartner weigerte, eine höhere Lizenzgebühr pro Titel zu zahlen, wurde für die britischen Youtube-Nutzer eine Menge der von der Lizenz betroffenen Musikclips gesperrt. Auch das deutsche Pendant ist jetzt an der Reihe. Laut Konzernangaben fordere die Gema einen inhumanen Preis von 12 Cent pro abgespielten Clip, die Gema aber beziffert ihre Forderungen auf lediglich 1 Cent pro Titel. Daraus resultieren verständlicherweise völlig divergente Meinungen:

Nicht nachvollziehbar.

So der YouTube-Manager Patrick Walker.

Bei YouTube Deutschland bezeichnete man die Forderungen der Gema als

...beispiellos in der Geschichte des Streamens von Musikvideos.

und als "Wucher".

Ferner verriet Patrick Walker:

Wir können die Höhe dieser Forderung nicht nachvollziehen und sind von der Unnachgiebigkeit der Gema enttäuscht. Das ist für YouTube nicht tragbar, wir würden mit jedem Abruf eines Videos Geld verlieren.

Auf der andere Seite steht die Sprecherin der Gema, Bettina Müller. In einem Interview mit Spiegel Online erklärte sie:

Wir haben YouTube 1 Cent pro Stream angeboten. Die Verhandlungen sind bislang daran gescheitert, dass YouTube nicht bereit war und ist, die Forderungen der Gema nach mehr Transparenz hinsichtlich des genutzten Musikrepertoires zu erfüllen.

Sprich: die Gema möchte einen perfekten Deal mit YouTube einfahren. Dafür dass der Preis pro abgespielten Musikclip nicht die 1 Cent-Marke übersteigt, möchte sie Einblick in Googles sorgfältig angelegtem Datenarchiv haben. Und jeder weiß, dass sich Google, repräsentativ für YouTube, nur ungerne in die Karten schauen lässt.

Wann es endlich zu einer Einigung zwischen den Streithähnen kommt und die YouTube-Nutzer endlich wieder ihre Lieblingsvideos und -Clips auf der Plattform betrachten dürfen, steht in den Sternen.

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