Browser-Wahl auch für XP und Vista-Nutzer
Es ist bisher zwar nur ein Vorschlag, den der Softwaregigant Microsoft der europäischen Wettbewerbsbehörde präsentiert hat, aber ausgerechnet diese Idee könnte die Wettbewerbskommissarin Kroes milde stimmen und Microsoft vor erneuten Rekordstrafen in Millionenhöhe - bisher hat die EU-Kommission dem Konzern eine Gesamtstrafe von unglaublichen 1,4 Milliarden Euro augebrummt - bewahren.

Screenshot von Spiegel Online
Streit um IE
Dem Softwareriesen Microsoft droht wieder ein millionenschweres Bußgeld von der EU-Kommission. Letztere wirft Microsoft vor, durch den windowsinternen Internet Explorer gegen Wettbewerbsrecht zu verstoßen.
Das Problem sieht wie folgt aus: mit dem an Microsofts Betriebssysteme (Windows 95-Windows 7) gebundenen Browser "Internet Explorer" (alle Versionen), nutzte Microsoft seine "dominante Marktposition unzulässig aus", teilte die EU-Komission in einem Schreiben an Microsoft mit.
Microsoft bestätigte den Erhalt des Schreibens und versprach, sich an die Regularien und Rechtsformen in der Europäischen Union zu halten. 2 Monate hat der Konzern nun Zeit auf das Schreiben zu antworten und kann danach eine Anhörung vor der EU-Kommission beantragen. In diesem Zeitraum hat die EU-Kommission keine Möglichkeit irgendwelche Strafen oder ein Bußgeld zu verhängen.
Summa summarum belaufen sich die Bußgelder, die die EU-Kommission in den letzten zehn Jahren dieser "Hassfreundschaft" Microsoft aufgebrummt hat, auf gut 1,7 Milliarden (!) Euro. Im letzten Präzendensfall musste der Softwarekonzern 500 Millionen Euro Bußgeld zahlen, weil die Kommission einen erheblichen Wettbewerbsnachteil in der Kopplung des Betriebssystems Windows mit dem Windows Media Player sah.
Mich persönlich würde es auch nicht stören, wenn der Internet Explorer nur noch separat mit den kommenden Betriebssystemen ausgeliefert werden würde. Die mangelnde Sicherheit, Aktualität und Erweiterbarkeit machen den Browser nicht gerade zu den beliebtesten seiner Art.