China macht bei Internetzensur alles richtig
Wenn ich mit den Stichworten Medien, Zensur und Kommunismus konfrontiert werde, fällt mir zuerst das Land der Mitte ein - China. Das Land erlebt, trotz der Wirtschaftskrise, seit einigen Jahren schon einen anhaltenden Wachstumsboom. Das Bild der vielen Tausend Wanderarbeiter, die auf der Suche nach Hungerlöhnen durch die Städte und Örtchen ziehen, kann nicht ganz über Chinas Pläne hinwegtäuschen. Denn die Regierung arbeitet derzeit hart an ihren technischen Sicherheitsvorkehrungen und kann gegenüber der UN ihre Zensurmethoden schon fast rechtfertigen. Schuld daran sind die Europäer und Amerikaner, die im Kampf gegen den Terrorismus die weite Internetwelt kontrollieren, umgraben, beschatten und möglicherweise einige Quellen abschalten. Dazu zählen indirekt auch die Pläne über eine DNS-Sperrung, die das Verbreiten von kinderpornographischen Materialien unterbinden soll.
Diese sicherheitstechnischen und politischen "Einschränkungen" deuten die lieben Chinesen auch als Form der Zensur - womit sie auch Recht haben dürften, denn unsere Politiker wollen unbeliebten Quellen und Gruppierungen den Mund verbieten.
Und so warnte ein chinesischer Diplomat davor, die staatlichen Filtermaßnahmen beim nächsten Internet Governance Forum zu thematisieren.
Im Kampf gegen den Terrorismus und andere kriminelle Akte haben alle
Staaten das Recht, zur Wahrung der Sicherheit des Staates und der
Interessen seiner Bürger Inhalte bestimmter Internetseiten zu filtern.
Und ich denke, alle Länder sind im Begriff, eben das zu tun.
Deshalb sind wir irgendwie auch selber schuld, dass Staaten wie China nicht mehr ganz alleine zu den Buhmännern der Informationsfreiheit zählen. Jahrelang haben wir diese Zensurpolitik gescholten, doch seit einiger Zeit schlagen auch wir diesen Weg ein.
"Allgemeine Sicherheit ist von höchster Priorität", dürften wohl die westlichen Politiker denken.
"Die Sicherheit Chinas ist von höchster Priorität", denken die chinesischen Behörden.
Beide Aussagen haben im Prinzip denselben Inhalt. Nur Chinas Behörden interpretieren die Bedeutung von Sicherheit anders.....
iTunes Store geknackt
China ist ein Land der Entwicklung, wo die Wirtschaft bis vor kurzem so stark boomte, wie in fast keinem anderen Land auf der Welt. Ob man jetzt von Fortschritt reden kann, sei dahingestellt. Feststeht, dass neben der weit geöffneten Schere zwischen Arm und Reich, die Menschenrechte weiterhin nicht anerkannt werden und die Kriminalität, in Form von Softwarepiraterie und Cyberkriminalität, nirgends so ungestört weiter existieren kann.
Chinesische Hacker haben es nun geschafft, den Algorithmus, der für die Gutschein-Generierung zuständig ist, zu knacken und auszulesen. Der illegale Gutscheinhandel floriert (boomt) wie nie zuvor. Denn schon für umgerechnet 2,6 Dollar kann man einen 200 Dollar Gutschein für den iTunes Store erstehen. Gehandelt werden die Gutscheine auf der Secondhand-Plattform Taobao.
Die Tatsache, dass Apple für jedes gekaufte Lied einen gewissen Anteil aus der eigenen Kasse an die Musikbranche zahlen muss, ist dem Multimediakonzern natürlich ein Dorn im Auge. Verhindern kann Apple das Einlösen der Gutscheine vorerst nicht ohne Weiteres. Ansonsten muss Apple den Kaufpreis für einen legal erworbenen Gutschein zurückerstatten, was sich ohne spezielle Kaufbelege nicht nachvollziehen lässt.
Wird der Algorithmus im iTunes Store geändert, verlieren alle sich im Umlauf befindenden Gutscheine ihre Gültigkeit. Apple hat sich dazu noch nicht geäußert.
Chinas nächster Kniff
Habt ihr schon mal was von einer "Vii" von der Firma "Chintendo" oder von einer "Polystation 3" gehört? Auf den ersten Blick könnten das die aktuellen Next-Generation-Spielekonsolen aus dem Herzen Asiens sein. Also Plagiate aus China. Was diese "Schrottkisten" wirklich draufhaben, hat der britische Blogger Dr. Ashens überprüft. Das Ergebnis: not amused. Denn die Plagiate sehen zwar fast genauso aus wie ihre originalen Vorbilder, unterscheiden sich neben dem gering abweichenden Namen auch in einem deutlich billigeren Kaufpreis, einem unsicheren Netzteil, dass schnell Feuer fangen kann und zu guter letzt in dem wesentlichen Leistungsmerkmal der Highend-Konsole. Die Plagiate bestehen zu 90 Prozent aus Kunststoff, lediglich ein 2,5 Zoll kleiner Bildschirm dient zur Ausgabe der Videoinformationen. Das Herzstück der "Spielkonsole" werkelt nicht im Gehäuse, sondern direkt hinter dem Display. Spiele lassen sich somit auch nur durch den Austausch dieses Bildschirms wechseln. Gott sei Dank sind die Fake-Geräte auf dem deutschen Markt nicht so weit vertreten, wie zum Beispiel auf dem britischen, amerikanischen oder auch asiatischen
Trotzdem ist Vorsicht geboten.
Ein einminütiges Video von Spiegel TV findet ihr hier: Video