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8Apr/090

V-DSL für alle…

... Australier. So will es der australische Premier Kevin Rudd, der wie unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel den Anschluss ans Hochgeschwindigkeits-Internet im eigenen Lande vorantreiben will und zwar nicht nur in bevölkerungsdichten Gebieten. Auch Menschen im Outback sollen bald mit bis zu 12 MBit/s durchs WWW surfen können. Möglich machen soll das die Gründung einer neuen Firma, die mit privaten Unternehmen aus der Wirtschaft geführt werden soll. Die Aufsicht und Kontrolle über das anstehende "spektakuläre" Großprojekt bleibt indes beim Staat - viele Unternehmen weigern sich regelrecht, dünn besiedelte Gebiete ans schnelle Internet anzuschließen.

Auch in Deutschland haben wir ähnliche Probleme wie Australien. Siedlungen, Gemeinden und Dörfer außerhalb eines bestimmten Radius dümpeln noch heute mit langsamer ISDN-Trägheit durch das Internet. Damit wird selbst das Email-Abrufen oder Updaten der Virendefinition zu einem langwierigen und ggf. teuren Abenteuer. Viele Unternehmen schrecken vor den hohen Investitionskosten zurück, die sie beim Ausbau des ländlichen Netzes tragen müssten und berufen sich deshalb lieber auf "das Kostenargument: Das lohne sich nicht."

Vergangenen Herbst hatte Angela Merkel schon eine Breitband-Initiative ausgerufen, die Besserung versprechen sollte. Positive Auswirkungen hatte diese allerdings nicht gezeigt. Vielleicht wäre es am besten, die staatlich Firmengründung samt möglicher Konsequenzen abzuwarten und in zwei bis drei Jahren einen ähnlichen Schritt zu wagen. Wichtig ist aber, dass der deutsche Staat die federführende Position bei einer Firmengründung einnimmmt. Ansonsten verpuffen die staatlichen Subventionen an falscher Stelle.

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4Feb/090

Deutschland im DSL-Fieber

Die deutsche Bevölkerung will es, Angela Merkel will es auch, nur die Telekommunikationschefs halten sich noch zurück. Im Zuge des zweiten Konjunkturpaketes will die Bundesregierung ein strategisches Papier zum Ausbau der Breitbandanbindung in ganz Deutschland ausarbeiten. Noch bleibt ländlichen Gebieten oder kleinere Gemeinden der Zugang zum schnellen Internet verwehrt. Viele von ihnen dümpeln noch mit Modem oder ISDN-Anschluss durch die unendlichen Weiten des Internets.

Zwar sind auch in einigen ländlichen Gegenden Breitbandanschlüsse verfügbar, doch schrecken die hohen Kosten die Interessenten von dem Kauf ab. Andererseits beklagen die Telekommunikationsunternehmen, dass der Ausbau von Glasfaserleitungen und Knotenpunkten sich in Orten mit geringer Einwohnerzahl nicht rentieren würde. Einige denken deshalb über Funknetze nach, mit der eine komplette Gemeinde problemlos versorgt werden soll.

Vodafone-Chef Joussen sagte n-tv:

Ich glaube, wir sind ein ganz gutes Stück vorangekommen, und der Wille ist auf jeden Fall da. Und es ist natürlich wichtig, dass wir auch in den entlegenen Gebieten gute Breitband-Versorgungen haben.

Bis Ende 2010, so der Wille der Bundesregierung, soll der Breitbandanschluss flächendeckend in Deutschland verfügbar, bis 2014 sollen 75% aller Haushalte und dann bis 2018 allen Haushalte in Deutschland ein Internetanschluss von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Zwar steht die Bundesrepublik im europaweiten "Ranking" der Zahl der Breitbandanschlüsse pro 100 Haushalte im oberen Mittelfeld, aber

Politik und Wirtschaft sind sich einig, dass ein Platz im vorderen Mittelfeld nicht ausreicht

, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder. Unsere Nachbarstaaten Dänemark, Großbritannien und sogar die Niederlande haben einen deutlichen Vorsprung, was die Breitbandanschlüsse angeht.

Sowas kann man doch nicht auf sich sitzen lassen. Noch-Exportweltmeister und ein unausgereiftes digitales Kommunikationsnetz.

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