Spiele aufs Handy streamen
Ich bekomme langsam das Gefühl, dass ein akuter Streaming-Boom unter den Spieleproduzenten ausgebrochen ist. Gestern berichtete ich über das Streaming von Videospielen auf spezielle Boxen. Dabei werden komplexe, grafisch sehr aufwendige Inhalte auf Servern gerendert und in komprimierter Form via Breitbandanschluss zu den Empfangsboxen geschickt. Die Vorteile sind, kurz zusammen gefasst, folgende:
- keine Vervielfältigung der Spiele möglich
- Spiele sind nicht vom System/Leistung abhängig
- Games können “überall” gespielt werden
(siehe auch vorherigen Beitrag)
Ein Sparte der Aachener Scientific Computers GmBH, die V-Gate, hat ein entsprechendes Servermodell ("Metaport") auch für 2G- und 3G-Handys entwickelt. Geeignet ist es für "Virtual-Reality-Anwendungen" wie Second Life, bei denen das Bildmaterial (der eigentliche Content) auf den Servern des Spieleanbieters ruht und diese bei Bedarf abgerufen werden. Es schaltet sich zwischen Handynutzer und den Onlinedienst und rendert die grafischen Aspekte auf eine handyfreundliche Größe herunter. So kann unnötige Übertragungsbandbreite eingespart werden und das Handy wird entlastet. Die gewonnenen Daten werden in einem Puffer zwischengespeichert, um den flüssigen Spielverlauf zu gewährleisten.
Ich habe meine Meinung über diese Entwicklung ja schon oben kundgetan. Langsam finde ich es lächerlich, dass alle Anbieter auf das Streaming-Konzept bauen, um damit auch die Hardware der Nutzer entlasten wollen - das spart zumindest die finanzielle Belastung beim Kauf eines neuen Systems. Die Tatsache, dass die Ressourcen des Internets nach momentanem Stand aber in wenigen Jahren erschöpft sind, wird dabei aber vernachlässigt. Schließlich bleibt die Frage offen, wie viel Geld die Anbieter für ihre Leistung fordern werden.
Bildquelle: Scientific Computers GmbH
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