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3Apr/090

Kauft Google Twitter?

Ob Google mit den Chefs von Twitter nun wirklich in den Verhandlungen über eine mögliche Übernahme steckt, ist nicht eindeutig. Einige unabhängige Quellen bestätigen dies, andere wollen nur von einem Gemeinschaftsprojekt beider "Konkurrenten" wissen. Profitieren könnte Googles Suchmaschine von einer erweiterten Twitter-Suchfunktion auf alle Fälle. Vor allem wenn es um die Aktualität und Aktivität der fleißigen Twitterer geht, würde dies einen erheblichen Aufwertung des Suchdienstes bedeuten. Zudem stünde Google ein Heer neuer, ehrenamtlicher und motivierter Twitterer zur Verfügung, die all die Blogs, Beiträge, Links, Medien und Themen, die ihr Interesse geweckt haben, kurz und inhaltlich treffend mit anderen Nutzern teilen. Womöglich führt sogar noch ein Link auf eine Internetseite, auf der ein interessantes Thema fein und sorgfältig analysiert wurde und zur Diskussion freigegeben ist. Einfacher kann man als Unternehmen nicht an Textmaterial gelangen - und das für lau.

Das ist der Echtzeit-Trick bei Twitter: Die Nutzer haben das Gefühl, nahezu live zu verfolgen, was um sie herum im Web passiert.

Spiegel Online hat das Erfolgsrezept von Twitter richtig analysiert. Heute wollen die meisten Internetnutzer immer auf dem aktuellsten Stand sein, sie wollen förmlich mit dabei sein, wenn sich irgendetwas in der großen weiten Welt ereignet - egal wo. Und weil die Zeichenanzahl bei Twitter-Nachrichten stark limitiert ist, sind auch schnell passende Updates zu einem brisanten Thema angefertigt.

Abstrakte und unpräzise Suchanfragen sind bei Google fehl am Platz. Hier kommen Twitter und mittlerweile auch Facebook, das zu meinem Leidwesen jetzt auch Twitter imitieren will, ins Spiel. In Echtzeit schreiben Freunde und Bekannte, was sie gerade machen, sie angeschaut, gekauft und interessant gefunden haben. Aus diesem Themenpool kann sich dann eine präzisere Frage herauskristallisieren, die dann entweder über die eingespeisten Links oder aber auch über Google beantwortet werden können.

Diese Antworten kann derzeit kein Suchmaschinen-Algorithmus zufriedenstellend beantworten. Auch Google nicht.

Und schließlich eröffnen sich für Google, im Falle einer erfolgreichen Übernahme, neue Werbemöglichkeiten. Der durch Parasiten-Werbeschaltung groß gewordene Konzern sucht gierig neue Geschäftsmodelle und -formen, um immer mehr Werbung an den Mann zu bringen.

Wenn es zu einer Einigung zwischen den Betreibern von Google und Twitter kommt, werde ich darüber natürlich berichten.

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Quelle und Zitate

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