Deutschland im DSL-Fieber
Die deutsche Bevölkerung will es, Angela Merkel will es auch, nur die Telekommunikationschefs halten sich noch zurück. Im Zuge des zweiten Konjunkturpaketes will die Bundesregierung ein strategisches Papier zum Ausbau der Breitbandanbindung in ganz Deutschland ausarbeiten. Noch bleibt ländlichen Gebieten oder kleinere Gemeinden der Zugang zum schnellen Internet verwehrt. Viele von ihnen dümpeln noch mit Modem oder ISDN-Anschluss durch die unendlichen Weiten des Internets.
Zwar sind auch in einigen ländlichen Gegenden Breitbandanschlüsse verfügbar, doch schrecken die hohen Kosten die Interessenten von dem Kauf ab. Andererseits beklagen die Telekommunikationsunternehmen, dass der Ausbau von Glasfaserleitungen und Knotenpunkten sich in Orten mit geringer Einwohnerzahl nicht rentieren würde. Einige denken deshalb über Funknetze nach, mit der eine komplette Gemeinde problemlos versorgt werden soll.
Vodafone-Chef Joussen sagte n-tv:
Ich glaube, wir sind ein ganz gutes Stück vorangekommen, und der Wille ist auf jeden Fall da. Und es ist natürlich wichtig, dass wir auch in den entlegenen Gebieten gute Breitband-Versorgungen haben.
Bis Ende 2010, so der Wille der Bundesregierung, soll der Breitbandanschluss flächendeckend in Deutschland verfügbar, bis 2014 sollen 75% aller Haushalte und dann bis 2018 allen Haushalte in Deutschland ein Internetanschluss von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Zwar steht die Bundesrepublik im europaweiten "Ranking" der Zahl der Breitbandanschlüsse pro 100 Haushalte im oberen Mittelfeld, aber
Politik und Wirtschaft sind sich einig, dass ein Platz im vorderen Mittelfeld nicht ausreicht
, sagt der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder. Unsere Nachbarstaaten Dänemark, Großbritannien und sogar die Niederlande haben einen deutlichen Vorsprung, was die Breitbandanschlüsse angeht.
Sowas kann man doch nicht auf sich sitzen lassen. Noch-Exportweltmeister und ein unausgereiftes digitales Kommunikationsnetz.
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